Die Krawatte

Was Trüffel für ein sublimes Risotto,
bedeutet die fein nuancierte Krawatte für den Anzug.

Honoré de Balzac (franz. Schriftsteller 1799-1850)

Aus dem franz. Cravate entstand die heutige Krawatte oder auch Schlips genannt. Ein herliches Assecoir von styl und das perfekte Instrumen für geziehlte Farbtupfer im grauen Business-Alltag. Die Krawatte wird mit einem speziellen Knoten gebunden zu einem Hemd getragen. Ursprünglich entwickelte Sie sich aus der Krawattenschleife (Fliege), indem deren Enden immer länger bis zum heutigen Langbinder geschnitten wurden. Sie wird über dem Hemdkragen getragen, wobei sie die Knopfleiste auf der Brust verdeckt. Eine Sonderform ist der breite Krawattenschal, der einmal locker geknotet im offenen Hemdkragen getragen wird und das elegant-legere Markenzeichen vieler Dandys gilt.

Aufbau und Anwendung

Neben Stoff (Gewebe aus Seide, Schurwolle, Baumwolle oder Polyester) gibt es Krawatten aus den unterschiedlichsten Materialien (z.B. Leder oder Hanf). Die Breite ist modeabhängig, ebenso die endlos vielen Farbkombinationen und Dessins aus Streifen (in England bestimmten Regimentern, Schulen und Clubs zugeordnet), freien Mustern wie z.B. Paisley oder unifarben. Traditionell gehört die Krawatte zur Herrengarderobe, wird heute aber vereinzelt auch von Frauen getragen. Die Krawatte wird heute Hauptsächlich zusammen mit einem Business-Anzug im Berufsleben getragen, sowie zu besonders feierlichen oder formellen Anlässen (z.B. Hochzeit u.a. Familienfeiern). Krawatten aus Wollstoffen, Leder- und Strickkrawatten werden nur in ländlicher Umgebung zur Tracht getragen, jedoch keinesfalls zu einem Buisness-Anzug.

In der Regel ist die Krawatte 140 cm lang, an ihrem unteren Ende etwa zwei- bis dreimal so breit wie an ihrem oberen Ende, das nach dem Knoten hinter das sichtbare breite Ende gesteckt wird. Dem Knoten der Krawatte kommt neben ihrer Farbe und Form die wichtigste Rolle zu. Es gibt ihn in genau 85 Varianten, die bekanntesten sind der Four-in-Hand, halber/ voller Windsor-Knoten und der Manhattan-Knoten. Die Länge der gebunden Krawatte ist ideal, wenn die Spitze auf Höhe des Hosenbundes/ Gürtelschnalle zu liegen kommt. Je dicker der Seidenstoff ist, desto einfacher und sicherer läßt sich eine Krawatte binden, achten Sie hier beim Kauf darauf, damit Sie möglichst lange freute an Ihrer neuen Krawatte haben können.

Hochwertige Geschäfts-Krawatten bestehen meist aus 100% Seidenstoff und werden vorzugsweise in Handarbeit vernäht. Der Seidenstoff wird bei einer Qualitätskrawatte in der Regel von einer schweizer Webmaschine gewoben. Hier ein paar Bilder aus unserer Vertragsproduktion.


Knoten

Achten Sie drauf, das der Knoten zum Hemdkragen passt. Dies bedeutet, zu einem schmalen Kragen ein kleiner Knoten und zu einem modisch breiten Kentkragen ein dicker Windsorknoten.

Doppelter Windsor:

Einfacher Windsor:

Der Manhatten:

Krawattenpflege

Nach dem Tragen der Krawatte

Die Krawattenpflege beginnt mit der Behandlung nach dem Tragen. Unbedingt sollte man die Krawatte aufknoten und anschließend beim schmalen Ende beginnend locker aufrollen. Dies ist die beste und schonendste Kur gegen Falten und Knicke. Falls die Krawatte am nächsten Morgen immer noch verkrumpelt aussehen sollte - was bei guten Krawatten selten der Fall sein wird - muss man aber nicht gleich zum Bügeleisen greifen und drauflosplätten. Besser ist es, die Knitterstellen nur mit Dampf zu behandeln, indem man das Bügeleisen dicht über der Krawatte entlangführt, ohne sie dabei zu berühren. Man kann auch heißes Wasser in die Badewanne laufen lassen und die Krawatte in den entstehenden Nebel hängen. Eine gute Krawatte wird sich wieder glatt ziehen.

Lagerung von Krawatten

Als nächstes ist für die richtige Krawattenpflege die Lagerung wichtig. Es gilt grundsätzlich das gleiche bei Krawatten wie für die Aufbewahrung aller anderen Textilien: Sie sollten nicht zu dicht gedrängt im Schrank hängen oder liegen, damit die Luft ausreichend zirkulieren kann, außerdem brauchen sie Schutz vor Sonneneinstrahlung, Staub, Feuchtigkeit und gegebenenfalls auch vor Motten. Die meisten Männer lagern ihre Krawatten hängend, also über einem Bügel oder einer speziellen Aufhängevorrichtung. Hier gilt es darauf zu achten, dass keine scharfen Kanten den Stoff beschädigen.

Strickkrawatten bilden eine Ausnahme: Um ein Ausleiern zu verhindern, sollte man sie immer flach hinlegen oder aufrollen. Wer genügend Platz hat, darf diese schonende Lagerung ruhig für alle seine Krawatten vorsehen. Eine eigene Schublade für die zusammengerollten und übersichtlich geordneten Krawatten ist ein Anblick, der jeden Morgen für gute Laune sorgt und langwieriges Suchen in den Tiefen des Schranks überflüssig macht.

Krawatten auf Reisen

Auf Reisen kann man die Krawatten einfach zusammenlegen und so einpacken, dass keine Falten hineingedrückt werden. Oder man steckt die aufgerollten Krawatten in die Hohlräumen zwischen den einzelnen Kleidungsstücken oder in die Hemdkragen (die davon ihrerseits profitieren, denn so bleiben sie besser in Form). Und auch nach dem Auspacken des Koffers wirken ein Dampfbad und ein kurzes Aufrollen wahre Wunder, falls doch ein paar Knicke entstanden sein sollten.

Krawattenpflege bei guten Seidenkrawatten heißt, vorbeugen und schonend lagern.

Flecken der Schrecken - Reinigungstips

Was wenn doch mal ein Fleck entsteht. Krawatten soll man besser nicht reinigen und nur im Notfall in die Reinigung geben. Im Zeitalter der chemischen Reinigung machen sich die wenigsten Menschen noch Gedanken über das Thema Fleckentfernung. Hochwertige Krawatten sollten Sie wenn es wirklich notwendig ist nur einer wirklich guten Reinigung anvertrauen. Ansonsten kann es passieren, dass der Binder einfach plattgebügelt wird und er dadurch sein Volumen verliert oder sich die Seide mit dem Innenfutter verdreht hat. Im Idealfall finden Sie einen Spezialbetrieb, der handgemachte Krawatten bei Bedarf auseinander nimmt und nach dem Reinigen und Bügeln wieder fachgerecht von Hand zusammennäht.

Allzu häufiges Reinigen tut der Seide nicht gut, deshalb sollte man kleinere Flecken punktuell mit Fleckenwasser oder Spiritus entfernen. Manche Fachleute raten dazu, die betroffene Krawatte komplett in die Flüssigkeit einzulegen, da sich dann nach dem Trocknen keine Ränder um die behandelte Stelle bilden können. Wir raten hiervon ab. Alternativ tauchen Sie ein sauberes, weißes Baumwolltuch in die Reinigungsflüssigkeit und betupfen damit den Fleck, am besten, wenn er noch frisch ist.

Ansonsten ist Vorbeugen natürlich die bessere Maßnahme. Deshalb auf Reisen oder bei Geschäftsessen Krawatten aus heller, bedruckter Seide lieber im Schrank lassen. Selbst winzige Spritzer stechen auf solchen Bindern extrem ins Auge. Auf dunkler Jacquardseide bleiben kleine Flecken unsichtbar.

Lebensdauer einer Krawatte

Gut behandelt und richtig aufbewahrt kann eine handgefertigte Seidenkrawatte von guter Qualität beinahe ewig halten, vorausgesetzt man hat genügend Krawatten, damit die getragene Krawatte sich auch wieder erholen und in die ursprüngliche Form zurückgehen kann. Es ist eher eine Entscheidung der Mode ob man eine Krawatte noch trägt. Eine etwas aus der Mode geratene Krawatte wird zurückgelegt in der Hoffnung sie irgendwann doch wieder tragen zu können.

Stil, keine Frage des Geschmacks

So einfach eine Krawatte einen Farbakzent setzen kann, so einfach kann die falsche Krawatte einen verherrenden Eindruck hinterlassen. Daher ist es nicht eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern des Stils. Man hat oder man hat nicht. Oft helfen einem aber die Gastgeber bei der Einladung. Diese Hilfestellung sollte anschliessend auch berücksichtigt werden. So bedeutet "White Tie" oder Cravate balche" das ein Frack mit weisser Schleife angebracht ist. Mit der Bezeichnung "Black tie" oder Cravate noire" wird ausgedrückt, dass Smoking erwünscht ist.
Eine Krawatte gilt es zu dem mannhaft zu (er)tragen, denn eine gelockerte Krawatte mit geöffnetem Hemdkragenknopf gilt als degoutant. So auch eine Krawatte, bei welcher das Mustervon links oben nach rechts unten zeigt. Auch wenn diese Krawatten meist günstiger sind empfehlen wir Ihnen eingehend von der anschaffung einer solchen Krawatte abzusehen.

Die Wahl der Krawatte verrät den Geschmack.

Geschichte

(Quelle: wikipedia.org)

Erste Spuren der Krawatte reichen zwar bis in das alte Ägypten, Griechenland oder auch China zurück. Die moderne Krawatte aber verdankt ihre Popularität vor allem Ludwig XIV. in Frankreich, der kroatische Söldner anforderte.

Um das Jahr 1635 kamen etwa 6.000 Kroaten als Unterstützung für König Louis XIII nach Paris. Neben zahlreichen Söldnern befand sich auch eine größere Anzahl direkt in den Diensten des französischen Königs.

Diese trugen der Überlieferung nach ein Stück Stoff ("hravatska"), das am Kragen in Form einer Rosette (oder Schleife) befestigt wurde und deren Enden über der Brust hingen. Die Tücher waren aus unterschiedlichen Stoffen: Während Offiziere und Adelige Tücher aus Seide oder feiner Baumwolle trugen, banden sich die einfachen Soldaten Krawatten aus einfacheren, groberen Stoffen um.

Dieser traditionelle, auf charakteristische Weise gebundene Bestandteil der Uniform zog schnell die Aufmerksamkeit des Hofadels auf sich.

Um 1650 kam die Krawatte zunächst am Hof von König Louis XIV, später in ganz Frankreich in Mode.

Das Wort "Krawatte" geht auf französisch "cravate" zurück. Dieses wiederum auf das Wort frz. "croate", von deutsch (vor allem Österreich) "Krawåt" einer mundartlichen Bezeichnung von "Kroate". Sie wurde auch "croatta" genannt.

Die Kultur der Krawatte breitete sich im weiteren in England und in ganz Europa aus. Heute hat sie weltweite Verbreitung und entwickelt sich in ihren Ausführungen immer noch weiter.

Zu Weltruhm kam die Stadt Krefeld mit ihrer Krawattenindustrie. Als Samt- und Seidenstadt beherbergt sie heute noch unzählige Firmen, die dierekt oder indirekt mit der Produktion von Krawatten und Krawattenstoffen zu haben, meist eher hochwertigere Modelle. 80% aller in Deutschland gefertigten Krawatten kommen aus Krefeld. Wer als Krefelder etwas auf sich hält, achtet besonders auf das richtige Etikett an seiner Krawatte. Dem typischen Krefelder Geschäftsmann wird oft nachgesagt, dass er einem Geschäftspartner zunächst auf die Krawatte und deren Knoten schaut, bevor er ihn begrüßt. Der Krefelder trägt den Knoten eher modern lässig denn konservativ.

Seit 1965 ehrt das Krawatteninstitut, zusammen mit dem Deutschen Institut für Herrenmode und der KölnMesse, jedes Jahr eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die durch ihr Erscheinungsbild die Krawatte stilvoll in Szene setzt, mit dem Titel Krawattenmann des Jahres.